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Proxmox: LXC, Docker oder VM?

Entscheidungshilfe für den Alltag - kein Anspruch auf Vollständigkeit


Die Hardware dahinter

Als Referenz für diese Empfehlungen dient ein typischer Homelab/KMU-Server:

Mit dieser Basis sind alle drei Varianten problemlos parallel betreibbar.


Kurzübersicht

Anwendung läuft auf...
│
├── braucht eigenen Kernel / eigenes OS?
│   └── JA  →  VM
│
├── ist ein Standard-Linux-Dienst (Web, DB, Mail...)?
│   └── JA  →  LXC Container
│
└── kommt als fertiges Image / docker-compose?
    └── JA  →  Docker (in VM oder LXC)

LXC Container

LXC (Linux Containers) ist die native Container-Technologie von Proxmox.
Ein LXC-Container teilt sich den Kernel des Proxmox-Hosts, hat aber ein
eigenes Userland (Debian, Ubuntu, Alpine...).

Wann LXC?

Vorteile

Nachteile

Typische Kandidaten

Redmine, Gitea, Nextcloud, nginx, PostgreSQL, MariaDB,
Bind9, Postfix, Grafana, Prometheus, Pi-hole

Docker

Docker ist kein Hypervisor sondern eine Container-Laufzeitumgebung.
Docker-Container laufen auf Proxmox entweder in einer VM oder in einem
LXC-Container.

Wann Docker?

Vorteile

Nachteile

Wo auf Proxmox betreiben?

Empfehlung: Docker in einer dedizierten VM (Debian/Ubuntu)

Alternativ: Docker in einem privilegierten LXC Container
→ funktioniert, aber mit Einschränkungen und Sicherheitskompromissen

Typische Kandidaten

Portainer, Traefik, Vaultwarden, Jellyfin, Home Assistant,
alle Selfhosted-Apps die docker-compose mitliefern

Vollständige VM

Eine VM emuliert vollständige Hardware und hat einen eigenen Kernel.

Wann VM?

Vorteile

Nachteile

Typische Kandidaten

Windows Server, Windows Desktop, pfSense/OPNsense,
Docker-Host, Legacy-Systeme, öffentlich exponierte Dienste

Entscheidungsmatrix

Kriterium LXC Docker VM
Ressourcenverbrauch minimal mittel höher
Startzeit Sekunden Sekunden 30-60s
Isolation mittel mittel hoch
Windows-Support ✗ ✗ ✓
Proxmox-Backup nativ Volumes manuell nativ
Bekannte Linux-Tools ✓ eingeschränkt ✓
Fertiger Image-Ökosystem nein ✓ nein
Empfehlung für Einsteiger ✓ bedingt ✓

Empfehlung für einen typischen Homelab/KMU-Server

├── LXC Container (Mehrheit der Dienste)
│   ├── Webserver / Reverse Proxy (nginx)
│   ├── Datenbanken (MariaDB, PostgreSQL)
│   ├── Selfhosted Apps (Redmine, Gitea, ...)
│   └── Monitoring (Grafana, Prometheus)
│
├── 1x VM als Docker-Host
│   └── Alle docker-compose Stacks
│
└── VMs nur wenn nötig
    ├── Windows
    ├── pfSense/OPNsense (Router/Firewall)
    └── Legacy-Systeme

Mit 128 GB RAM und 64 Threads ist auf diesem Server reichlich Platz für
alle drei Varianten parallel - das ist kein Entweder-oder.


Erstellt im Rahmen der Migration von VirtualBox-VMs auf Proxmox VE 8.x