NVMe-SMART richtig lesen (Mini-Spickzettel)
Kurzfassung
SMART „PASSED“ + 0 Medienfehler = Datenträger ist gesund.
Kernel- oder Treiberprobleme können trotzdem NVMe-Fehler vortäuschen.
Typischer SMART-Check
smartctl -a /dev/nvme0
Wichtige Felder – und was sie wirklich bedeuten
SMART overall-health self-assessment test result
PASSED
✔ Alles gut.
Solange hier PASSED steht, meldet der Controller keinen kritischen Zustand.
Percentage Used
Percentage Used: 6%
Das ist kein „Restlebensbalken“.
Bedeutung:
-
0 % → neu
-
100 % → spezifizierte TBW erreicht
-
6 % → 94 % der garantierten Schreibreserve übrig
👉 Völlig normal, auch nach mehreren Jahren.
- Media and Data Integrity Errors
0
✔ Der wichtigste Wert.
Alles > 0 wäre sofort ernst.
0 heißt: keine defekten Zellen, keine korrigierten Datenverluste.
Error Information Log Entries
0
✔ Keine internen Controller-Fehler.
NVMe-Reset-Meldungen im Kernel zählen hier nicht.
- Unsafe Shutdowns
345
⚠ Klingt schlimm – ist es meist nicht.
Zählt:
harte Reboots
Kernel-Freezes
Power-Taste
Akku leer
Suspend-Hänger
👉 Kein Indikator für SSD-Verschleiß.
Relevant nur, wenn gleichzeitig Medienfehler auftreten (hier: nein).
- Temperature
41 Celsius
✔ Optimal.
Unkritisch bis ~70 °C, problematisch erst deutlich darüber und dauerhaft.
NVMe-Fehler im Kernel: richtig einordnen
Beispiel:
nvme nvme0: Device not ready; aborting reset
Heißt nicht automatisch:
SSD kaputt
Datenverlust
Hardwaredefekt
Oft Ursache:
Kernel-Regression
PCIe-Power-Management
Treiber-Crash (z. B. WLAN, GPU)
Suspend/Resume-Probleme
👉 Wenn SMART sauber ist, ist die NVMe es meist auch.
Merksätze für die Praxis
SMART ok + keine Medienfehler → ruhig bleiben
Percentage Used < 20 % → quasi neu
Kernel-Fehler ≠ Hardware-Defekt
Vergleich mit anderem Kernel ist Goldstandard
Mini-Checkliste bei NVMe-Verdacht
smartctl -a
Auf Media Errors und Error Log schauen
Kernel-Version vergleichen
Erst dann über Hardware nachdenken
Stand: Debian / NVMe / Linux Kernel ≥ 6.x