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NVMe-SMART richtig lesen (Mini-Spickzettel)

Kurzfassung

SMART „PASSED“ + 0 Medienfehler = Datenträger ist gesund.
Kernel- oder Treiberprobleme können trotzdem NVMe-Fehler vortäuschen.

Typischer SMART-Check
smartctl -a /dev/nvme0

Wichtige Felder – und was sie wirklich bedeuten
SMART overall-health self-assessment test result
PASSED

✔ Alles gut.
Solange hier PASSED steht, meldet der Controller keinen kritischen Zustand.

Percentage Used
Percentage Used: 6%

Das ist kein „Restlebensbalken“.

Bedeutung:

👉 Völlig normal, auch nach mehreren Jahren.

✔ Der wichtigste Wert.
Alles > 0 wäre sofort ernst.
0 heißt: keine defekten Zellen, keine korrigierten Datenverluste.

Error Information Log Entries
0

✔ Keine internen Controller-Fehler.

NVMe-Reset-Meldungen im Kernel zählen hier nicht.

⚠ Klingt schlimm – ist es meist nicht.

Zählt:

harte Reboots

Kernel-Freezes

Power-Taste

Akku leer

Suspend-Hänger

👉 Kein Indikator für SSD-Verschleiß.
Relevant nur, wenn gleichzeitig Medienfehler auftreten (hier: nein).

✔ Optimal.
Unkritisch bis ~70 °C, problematisch erst deutlich darüber und dauerhaft.

NVMe-Fehler im Kernel: richtig einordnen

Beispiel:

nvme nvme0: Device not ready; aborting reset

Heißt nicht automatisch:

SSD kaputt

Datenverlust

Hardwaredefekt

Oft Ursache:

Kernel-Regression

PCIe-Power-Management

Treiber-Crash (z. B. WLAN, GPU)

Suspend/Resume-Probleme

👉 Wenn SMART sauber ist, ist die NVMe es meist auch.

Merksätze für die Praxis

SMART ok + keine Medienfehler → ruhig bleiben
Percentage Used < 20 % → quasi neu
Kernel-Fehler ≠ Hardware-Defekt
Vergleich mit anderem Kernel ist Goldstandard

Mini-Checkliste bei NVMe-Verdacht

smartctl -a

Auf Media Errors und Error Log schauen
Kernel-Version vergleichen
Erst dann über Hardware nachdenken

Stand: Debian / NVMe / Linux Kernel ≥ 6.x