WLAN-Probleme (PMTU-Blackhole) – Intel WLAN + FRITZ!OS ≥ 8.x
Symptom
Sporadische Verbindungsabbrüche
- SSH-Sessions brechen ohne Fehlermeldung ab
- Webseiten hängen, obwohl WLAN „verbunden“ ist
- ping ohne Optionen wirkt unauffällig
Ursache
-
PMTU-/Fragmentierungsproblem bei Intel iwlwifi in Kombination mit
FRITZ!OS ≥ 8.x (Wi-Fi 6 / Aggregation). -
ICMP „Fragmentation needed“ wird auf dem WLAN-Pfad nicht korrekt verarbeitet
große Pakete verschwinden lautlos.
Diagnose
- ping -M do -s 1300 1.1.1.1
→ Nachricht ist zu lang
Lösung (bewährt)
WLAN-MTU dauerhaft auf 1400 setzen (NetworkManager):
nmcli con mod "ritz" 802-11-wireless.mtu 1400
nmcli con down "fritz"
nmcli con up "fritz"
Verifikation
- ping -M do -s 1372 1.1.1.1
→ Antworten ohne Packet Loss
Hinweise
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Performanceverlust vernachlässigbar
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Stabilitätsgewinn erheblich
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Funktioniert mit Debian 13 / Kernel ≥ 6.12
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Keine VPN- oder Proxy-Abhängigkeit
Status & Ausblick
Aktueller Status
WLAN-Verbindung stabil genug für den Alltag
SSH / HTTPS funktionieren zuverlässig
VPN-Verbindung zur Firma baut sich auf
Bekannte Einschränkung:
Bei aktivem VPN können andere TCP-Verbindungen (z. B. SSH zum eigenen Server) blockieren
→ WLAN-Reset (Flugmodus AN/AUS) behebt den Zustand sofort
Dieses Verhalten deutet auf einen instabilen internen Zustand des Intel-WLAN-Treiberstacks (iwlwifi) hin, der insbesondere unter VPN-Last (UDP, größere Pakete, Retransmits) auftritt.
Aktive Workarounds
WLAN-MTU (NetworkManager)
nmcli con mod "bed-fritz" 802-11-wireless.mtu 1400
iwlwifi-Moduloptionen
Datei: /etc/modprobe.d/iwlwifi.conf
- options iwlwifi disable_11ax=1 power_save=0 uapsd_disable=1
Bedeutung:
disable_11ax=1
Deaktiviert Wi-Fi 6 (802.11ax) → vermeidet bekannte Instabilitäten
power_save=0
Schaltet alle Treiber-seitigen Stromsparmechanismen ab
uapsd_disable=1
Deaktiviert U-APSD (MAC-Power-Save), häufige Ursache für RX/TX-Stalls
Änderungen werden nach einem Reboot wirksam.
Bewertung
Das ursprüngliche PMTU-Problem ist behoben
Das verbleibende Verhalten ist kein Konfigurationsfehler, sondern eine
bekannte Problemkombination aus:
Intel iwlwifi
aktuellem Linux-Kernel (≥ 6.12)
FRITZ!OS ≥ 8.x
WLAN-basierter VPN-Nutzung
Ausblick
Debian / Kernel:
Gute Chancen auf Verbesserungen in kommenden Kernel-Updates
FRITZ!OS:
Fixes möglich, aber erfahrungsgemäß langsamer
Aktueller Zustand ist akzeptabel als Übergangslösung
Empfehlung:
Setup unverändert lassen
Nach Kernel- oder FRITZ!OS-Updates gezielt neu testen
Bei Bedarf temporär auf LAN oder USB-Ethernet ausweichen
Suspend/Resume-Hinweis
Nach dem Aufklappen kann iwlwifi in einen RX-Stall geraten
(hoher Paketverlust, trotz bestehender Verbindung).
Ein WLAN-Reset (Flugmodus AN/AUS) behebt den Zustand zuverlässig.
Optional kann ein automatischer Reset über einen
NetworkManager-Dispatcher erfolgen.